Ab 2024 sollen 152 Straßen-Transporte mit Atommüll von Jülich nach Ahaus stattfinden. Dagegen soll am kommenden Sonntag protestiert werden. In Jülich ist eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum (FZJ) geplant, in Ahaus eine Kundgebung im Stadtzentrum vor der Kirche St.Marien. Außerdem soll es Protestaktionen in Duisburg und an der Rheinbrücke der A46 in Düsseldorf geben. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 14 Uhr. Zu den Protesten rufen das Aktionsbündnis "Stop Westcastor" aus Jülich und die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" auf, aber auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), die Landeskonferenz NRW der Anti-Atominitiativen, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und etliche weitere Initiativen. Zur Kundgebung in Ahaus rufen außerdem die katholische und die evangelische Kirchengemeinde auf.
Bei den geplanten Transporten geht es um circa 300.000 abgebrannte Brennelemente aus dem stillgelegten Versuchsreaktor AVR Jülich. Das dortige Lager ist bereits seit 2013 nicht mehr genehmigt, da es nicht erdbebensicher ist. Der Neubau eines Lagers in Jülich, das den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht, ist aber seitens des FZJ und seiner Entsorgungsgesellschaft JEN seit 10 Jahren verschleppt worden.
"Bis ein Endlager zur Verfügung steht, sollten die Jülicher Atomkugeln zunächst dort gelagert werden, wo sie entstanden sind: in Jülich. Den Atommüll von einem Zwischenlager in ein anderes zu transportieren, löst das Problem nicht!" so Marita Boslar vom Aktionsbündnis "Stop Westcastor" aus Jülich.
"Die Jülicher Brennelemente müssen nämlich vor einer späteren Endlagerung bearbeitet und konditioniert werden. Das Verfahren dafür muss erst noch entwickelt werden, und dafür ist das FZJ verantwortlich. In Ahaus kann dies aus technischen und rechtlichen Gründen nicht geschehen", ergänzt Hartmut Liebemann von der Bürgerinitative "Kein Atommüll in Ahaus".
Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und seine nukleare Entsorgungsgesellschaft (JEN) wollen ihren Atommüll nach Ahaus verschieben. Es geht um ca. 300 000 abgebrannte Kugelbrennelemente (Kugel-BE) aus dem stillgelegten Versuchsreaktor AVR. Diese befinden sich in 152 Castor-Behältern in einem maroden Zwischenlager auf dem AVR-Gelände. Seit 2013 ist dieses Lager ohne Genehmigung wegen mangelnden Erdbebenschutzes, seitdem haben die Verantwortlichen aber keine ernsthaften Schritte für einen Zwischenlager-Neubau am Ort unternommen.
Ab 2024 sollen deshalb 152 Straßen-Transporte von Jülich nach Ahaus erfolgen. Eine Testfahrt ohne Behälter hat bereits stattgefunden, eine weitere mit leerem Behälter soll noch im Oktober
durchgeführt werden. FZJ und JEN erwarten noch in diesem Jahr die Transportgenehmigung und wollen dann schnellstmöglich mit dem Abtransport nach Ahaus beginnen,
obwohl
Atommüll-Verschiebung löst das Problem nicht!
Wir stellen uns quer!
Keine Castor-Transporte durch NRW!

Mögliche Transportstrecke?
Wir rufen auf zu Protestaktionen am Sonntag, dem 15. Oktober 2023
Zur Teilnahme rufen auf:
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz
(BBU), Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Grün-Alternative Liste (GAL) Gronau, AKW-NEE-Gruppe Aachen, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Landeskonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen NRW,
SOFA Münster, Bündnis AtomkraftgegnerInnen im Emsland (AgiEL)